Die Von-Willebrand-Erkrankung (VWE) gehört zu den
weniger bekannten Krankheitsbildern, obwohl etwa 1 Prozent der Bevölkerung
betroffen ist. Ursache der Blutungsneigung ist eine zu geringe bzw. fehlende
Bildung des Von-Willebrand-Faktors (VWF) oder die Bildung eines defekten VWF.
Die VWE ist in den meisten Fällen angeboren. Zunehmend
wird jedoch auch eine erworbene VWE diagnostiziert. Diese zeigt ein ähnliches
Bild an klinischen Symptomen und Laborwerten wie die angeborene Form der
Erkrankung. Im Unterschied zur angeborenen VWE besteht bei der erworbenen VWE
häufig weder bei den Betroffenen selbst noch in der Familie eine Vorgeschichte
mit erhöhter Blutungsneigung.
Die erworbene VWE entwickelt sich als Folge einer
anderen Grunderkrankung, einer medikamentösen Behandlung oder den Einsatz von Herz-Lungen-Maschinen
(z. B. ECMO). In der Regel werden ausreichende Mengen an Von-Willebrand-Faktor
(VWF) gebildet und ins Blut abgegeben. Dort kann der Faktor jedoch über
verschiedene Mechanismen in seiner Funktion eingeschränkt werden, sodass es zu
einer erhöhten Blutungsneigung kommt. Die erworbene VWE bildet sich in vielen
Fällen zurück, wenn die zugrunde liegende Erkrankung erfolgreich behandelt bzw.
das auslösende Medikament abgesetzt werden kann.
Auf dieser Website finden Sie Informationen zu den
Besonderheiten dieser Erkrankung sowie zu Diagnostik und Therapie.
Hinweise zu
Begriffen und Bezeichnungen
Sprache verändert sich.
Manchmal sind das einzelne Begriffe oder Fachtermini, manchmal sind es
grundsätzliche Änderungen (Gender-Hinweis).
Die Erkrankung, um die es auf dieser Website geht,
erfährt aktuell im deutschsprachigen Raum eine Veränderung. Das englische „von
Willebrand Disease“ wurde über Jahrzehnte mit „Von-Willebrand-Syndrom“ oder
kurz VWS übersetzt. Inzwischen gibt es eine Verschiebung hin zu der
„Von-Willebrand-Erkrankung“ oder kurz VWE. Da wir auf dieser Website aber auch
von früheren Erfahrungen oder Publikationen berichten, werden Sie beide
Begriffe finden.
Eine weitere Änderung betrifft die labormedizinische
Diagnostik. Zur Bestimmung der Aktivität des VWF wird zunehmend anstelle des
bisher verwendeten Tests „VWF:RCo“ die spezifischere Testmethode „VWF:Akt“
eingesetzt. Auch hier kann es aufgrund von Verweisen auf frühere Untersuchungen
oder Publikationen vorkommen, dass beide Bezeichnungen verwendet werden.
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Ihr Octapharma-Team